Path: senator-bedfellow.mit.edu!bloom-beacon.mit.edu!spool.mu.edu!howland.erols.net!feed1.news.erols.com!insync!Gamma.RU!srcc!news.uni-stuttgart.de!news.urz.uni-heidelberg.de!german
From: dantefaq@dante.de (DANTE e.V., FAQ-Maintainer)
Newsgroups: de.comp.text.tex,de.answers,news.answers
Subject: TeX, LaTeX, DANTE e.V.: FAQ - Fragen und Antworten (Part 10 of 11)
Supersedes: <de-tex-faq-10-853343532@dante.de>
Followup-To: de.comp.text.tex
Date: 3 Feb 1997 11:28:07 GMT
Organization: DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
Lines: 379
Approved: news-answers-request@MIT.EDU
Distribution: world
Expires: 20 Mar 97 12:27:57
Message-ID: <de-tex-faq-10-854969277@dante.de>
References: <de-tex-faq-1-854969277@dante.de>
Reply-To: dantefaq@dante.de (DANTE e.V., FAQ-Maintainer)
NNTP-Posting-Host: sun.dante.de
Mime-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=ISO-8859-1
Content-Transfer-Encoding: 8bit
Summary: This posting contains a list of Frequently Asked Questions
         (and their answers) about the typesetting system TeX and
         about DANTE e.V., the german-speaking TeX users group.
         It is in German and uses the ISO Latin-1 character set.
Keywords: FAQ TYPESETTING TeX USERGROUP DANTE
Originator: german@sun.dante.de
Xref: senator-bedfellow.mit.edu de.comp.text.tex:292 de.answers:1038 news.answers:93728

Posted-By: auto-faq 3.3 beta (Perl 5.003)
Archive-name: de-tex-faq/part10
Posting-Frequency: monthly
Copyright-Notice: siehe Abschnitt 1.1/see Section 1.1
URL: http://www.dante.de/dante/dante-faq.html

		Fragen und Antworten (FAQ) �ber

		   das Textsatzsystem TeX und
		       ~~~~~~~~~~~~~~~~~~
	DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
	~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

		 (Version 24 vom Februar 1997)

	=== Teil 10: Metafont und Schriften (Fortsetzung) ==


10.1) Die EC-Schriftfamilie und andere T1-kodierte Schriften
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

10.1.1) Wozu ben�tige ich neben der Computer-Modern-Schriftfamilie
        noch eine weitere Familie, die genau dasselbe Aussehen hat?

Die Schriften der Computer-Modern-(CM)-Familie enthalten nur jeweils
128 verschiedene Zeichen.  Es fehlen daher beispielsweise Umlaute und
alle akzentuierten Zeichen anderer europ�ischer Sprachen.  Diese
Zeichen m�ssen bei Verwendung der CM-Schriften durch eine
Box-Konstruktion aus Einzelzeichen zusammengebaut werden.  Da TeX zur
Trennung von W�rtern die Codes der Zeichen in der jeweiligen Schrift
verwendet, werden W�rter mit Umlauten nur unvollst�ndig, fehlerhaft
oder �berhaupt nicht getrennt.
  Diese Nachteile vermeiden die EC-Schriften, indem sie in die bisher
ungenutzten 128 Zeichenpositionen akzentuierte Zeichen legen.
Au�erdem wurden die Positionen der `unteren' 128 Zeichen im Vergleich
zu den CM-Schriften klarer strukturiert.  So wurden die Positionen,
die in den CM-Schriften mit den griechischen Gro�buchstaben belegt
sind, die f�r den mathematischen Formelsatz genutzt werden, in den
EC-Schriften mit Lettern f�r gew�hnlichen Text belegt.  So werden die
Zeichen f�r Text- und mathematischen Formelsatz sauber in
entsprechende Fonts voneinander getrennt, um die dadurch auftretenden
Seiteneffekte zu vermeiden und um Schriften einfacher kombinieren zu
k�nnen.


10.1.2) Was ist die Kodierung `T1'?

Die Kodierung der EC-Schriften, die auf der TeX-Tagung TUG'90 in
Cork/Irland festgelegt wurde, wird in LaTeX2e als `T1'-Kodierung
bezeichnet.  Diese Kodierung entspricht im wesentlichen dem Code ISO
8859-1 (Latin-1) mit dem Unterschied, da� das scharfe s zu den anderen
akzentuierten Kleinbuchstaben auf Position 255 gesetzt wurde und da�
die in ISO Latin-1 mit Control-Zeichen belegten Bereiche 0-31 mit
Akzenten, Anf�hrungszeichen und Ligaturen bzw. 128-159 mit Lettern aus
ISO Latin-2 (f�r die osteurop�ischen Sprachen) belegt wurden.  Eine
Kodierungstabelle findet man beispielsweise in `dcdoc.tex', der
Dokumentation der T1-kodierten EC-Schriftfamilie.
  Hinweis: Mit LaTeX2e kann man mit Hilfe des standardm��ig
enthaltenen Pakets `fontenc' sehr einfach mit

	\usepackage[T1]{fontenc}

T1-kodierte Schriften verwenden, falls wie bei den EC-Schriften die
zugeh�rigen .fd-Dateien vorhanden sind.  (Mit dem Paket `inputenc'
kann man die verwendete Kodierung der (La)TeX-Eingabedatei festlegen;
diese hat jedoch mit der Kodierung der Schrift _nichts_ zu tun!)

dcdoc.tex:  CTAN: fonts/jknappen/ec/mf/dcdoc.tex


*10.1.3) Was sind die EC-Schriften?  Was sind die DC-Schriften?
        Wo liegt der Unterschied zwischen DC- und EC-Schriften?

Bis Mitte Januar 1997 gab es die DC-Schriften `nur' als Testversion,
von denen die Versionen 1.0, 1.1, 1.2 und 1.3, teilweise in mehreren
Patchleveln, ver�ffentlicht wurden.  Diese Testversionen hatten noch
den einen oder anderen Fehler und die Schriftdefinitionen wurden
ver�ndert und weiterentwickelt, so da� die tfm-Dateien der einzelnen
Versionen untereinander inkompatibel sind.  Es kann also sein, da� ein
Dokument, das DC-Schriften verwendet, mit einer neuen Version der
DC-Schriften bzw. den EC-Schriften einen anderen Umbruch haben wird.
  Die endg�ltige, ausgetestete, stabile Version der DC-Schriften hei�t
European/Extended-Computer-Modern-(EC)-Schriften.  Sie ist ab Mitte
Januar 1997 verf�gbar und wird ab dem LaTeX2e-Release vom Dezember
1996 unterst�tzt (Datei ``ec.ins'' auspacken, siehe ``install.txt'' im
LaTeX2e-Paket).  Die EC-Schriften sollen ebenso stabil wie die
CM-Schriften sein, d.h. die tfm-Dateien dieser Schriftfamilien sollte
sich nicht mehr �ndern.



*10.1.4) Wozu dienen die `tc'-Schriften? Was ist die Kodierung `TS1'?

Es gibt mehr als 256 Zeichen, die man in einem Text verwenden will.
Deshalb werden selten ben�tigte, jedoch n�tzliche Zeichen, die nicht
mehr in der T1-Kodierung Platz fanden, in einer sogenannten `text
companion'-Schrift in der Kodierung `TS1' zusammengefa�t.  Diese
Schriften sind passend zur Hauptschrift entworfen und k�nnen daher
problemlos mit dieser verwendet werden.  Die endg�ltigen Menge von
Lettern einer Text-Companion-Schrift und deren Kodierung `TS1' ist
z.Zt. noch nicht vollst�ndig festgelegt und kann sich in sp�teren
Versionen �ndern.
  Die Text-Companion-(tc)-Schriften sind im EC-Schrift-Pakets
enthalten.  Unter LaTeX2e gibt es zur einfachen Einbindung das
`textcomp'-Package in einer Alphatest-Version.  Eine Kodierungstabelle
der Text-Companion-Schriften findet man in `dcdoc.tex', der
Dokumentation der EC-Schriftfamilie.  Das Paket `mathcomp' stellt
einige ausgew�hlte Zeichnen aus den TC-Schriften zur Benutzung im
Math-Modus zur Verf�gung, darunter \tcohm, \tccentigrade, \tcmu (mu),
\tcperthousend, \tcpertenthousend, \tcdigitoldstyle{0-9}.

tc-Fonts:   CTAN: fonts/jknappen/ec/
dcdoc.tex:  CTAN: fonts/jknappen/ec/mf/dcdoc.tex
textcomp:   CTAN: fonts/psfonts/ts1/  (momentan nur als Test-Version!)
mathcomp:   CTAN: macros/latex/contrib/supported/mathcomp/


*10.1.5) LaTeX2e verlangt `ecrm1000' oder `dcr1000', ich kann diesen
        Font aber nicht finden und habe nur Fonts wie `dcr10'.  Was
        mache ich falsch?

Ab der Version 1.2 der DC-Schriften, die J�rg Knappen Anfang September
1995 ver�ffentlichte, wird f�r diese Schriften ein anderes Schema zur
Benennung der Dateinamen verwendet.  Dieses l�ste das alte Schema f�r
die Version 1.1 ab, die im M�rz 1992(!) erstellt wurden.
  Folgte die Version 1.1 dem CM-Vorbild und f�gte dem Basisnamen der
Schrift noch die Entwurfsgr��e in Punkt, also z.B. `dcr' + 10 =>
``dcr10'', so wird ab Version 1.2 die Entwurfsgr��e in 1/100 Punkt und
immer vierstellig angegeben, wie z.B. `dcr' + 10*100 => ``dcr1000''.
Dadurch k�nnen nun auch nicht ganzzahlige Entwurfsgr��en
unproblematisch erfa�t werden.  Beispielsweise hat `dcr' in der
Entwurfsgr��e 17.28 pt den Namen ``dcr1728''.
  Zur Ver�ffentlichung der EC-Schriften Mitte Januar 1997 wurde dieses
Namensschema nochmals leicht ge�ndert.  Der Basisnamen ist nun immer
vier Zeichen lang, beispielsweise `ecrm' statt `dcr'.
  Mit den neuen Versionen wurden neben dieser Nomenklatur auch sehr
viele Dinge im Aussehen der einzelnen Zeichen, den Ligaturen und den
Unterschneidungen (`Kerning') ge�ndert, so da� ein Umstieg auf die
EC-Schriften angebracht ist.


*10.1.6) Ich habe bisher die DC-Schriften Version 1.1, 1.2 oder 1.3
        verwendet und habe sehr viele Dokumente.  Wie kann ich jetzt
        am einfachsten auf die EC-Schriften umsteigen?

LaTeX2e unterst�tzt seit der Version vom Dezember 1996 die neuen
EC-Schriften (optional zu konfigurieren) bzw. die Versionen 1.2
bzw. 1.3 der veralteten DC-Schriften.  Ist ein Dokument als
LaTeX-Eingabedatei vorhanden, �bersetzt man diese einfach mit der
neuen LaTeX2e-Version nochmals.  F�r andere (La)TeX-Dokumente oder
dvi-Dateien, von denen man den Quelltext nicht besitzt, gibt es
momentan leider keinen einfachen Weg, da ein einfaches Umbenennen
(oder Setzen eines `links' unter Unix) von beispielsweise
``ecrm1000.tfm'' nach ``dcr1000.tfm'' oder ``dcr10.tfm'' zu einem
Pr�fsummenfehler (`checksum error') im dvi-Treiber f�hrt und das
Ergebnis auf dem Ausgabeger�t durch etwas andere Ma�e der Lettern und
deren Positionierung zwischen den EC- und den DC-Schriften besonders
bei den �lteren Versionen der DC-Schriften nur f�r Korrekturausdrucke
reicht.
   Im Moment ist die Erstellung von virtueller Fonts (vf) als Ersatz
f�r die DC-Schriften v1.3pl4 in Arbeit, die die `realen' EC-Fonts
benutzen.  Damit kann man dann die alten pk-Font-Dateien der Version
1.3 durch diese virtuellen Fonts ersetzen.  Dies hat den Vorteil, da�
diese vf-Dateien sehr klein sind und wenig Platz ben�tigen und man
alte dvi-Dateien mit dem Tool `dvicopy' in dvi-Dateien wandeln kann,
die nur die EC-Schriften referenzieren.  Eventuell wird es virtuelle
Fonts auch f�r die uralte Version 1.1 der DC-Schriften geben.


10.1.7) Gibt es die zu den EC-Schriften geh�renden Schriften f�r den
        mathematischen Formelsatz?

Nein, leider noch nicht.  Zur Zeit existiert ein gemeinsames LaTeX3-/
TUG-Technical-Working-Group-(TWG)-Projekt; Barbara Beeton,
Herausgeberin des TUGboat und Mitarbeiterin bei der American
Mathematical Society (AMS), ist Vorsitzende dieser TWG.  Die
Arbeitsgruppe hat die nicht-triviale Aufgabe, alle ben�tigten
mathematischen Zeichen zusammenzutragen und entsprechende
Schriftkodierungen festzulegen.  Informationen �ber die bisher
erarbeiteten Konzepte kann man in CTAN: info/ltx3pub/l3d007.tex
finden.


10.1.8) Wieso werden bei Verwendung von EC-Schriften noch die alten
        CM-Schriften geladen?  Ich dachte, da� die EC- die CM-
        Schriften vollst�ndig ersetzen k�nnen?

Da noch keine mathematischen Schriften speziell f�r die EC-Schriften
existieren, werden die der CM-Schriften verwendet.  Die
CM-Textschriften enthalten jedoch die gro�en griechischen Buchstaben
f�r den mathematischen Formelsatz, so da� auch weiterhin diese
Textschriften zus�tzlich zu den EC-Textschriften geladen werden
m�ssen.


10.1.9) Nach dem Umstieg von DC-Fonts v1.1 auf v1.2/1.3 fehlt in der
        Ausgabe das kleine scharfe s (\ss), das grosse \SS
        funktioniert dagegen.  Wieso?

Die Datei `dxbase.mf', mit der man eine neue METAFONT-Base-Datei
erstellen kann, hat sich ge�ndert.  Wenn man noch die alte Datei aus
v1.1 zur Erzeugung der neuen DC-Fonts v1.2/1.3 verwendet, hat man u.a.
den Fehler, da� das kleine \ss nicht korrekt erzeugt wird.
  Abhilfe: Grunds�tzlich keine spezielle Base-Datei f�r die EC- oder
DC-Fonts verwenden, sondern die normale `plain'-Base verwenden.  (Der
Zeitgewinn von ca. einer Sekunde pro Font, der fr�her sehr viel gr��er
war, geht durch Probleme wie das hier beschriebene wieder verloren.)
Hat man solch `kaputte' EC- oder DC-Fonts, mu� man diese danach
nochmals komplett neu berechnen.


10.1.10) Beim Umstieg auf DC-Fonts v1.3 erhalte ich nur Fehlermeldung
         von Metafont (`Incomplete if ...') oder ich erhalte den
         Hinweis, da� die Versionen meines Metafont/plain.mf zu alt
         ist.

Die Metafont-Quellen setzen die Benutzung einer relativ neuen
Metafont- Version voraus und verwenden Definitionen aus der Datei
`plain.mf', die in `plain.mf' v2.0 noch nicht enthalten waren.
Deshalb ist es ratsam, diese Gelegenheit zu nutzen und eine m�glichst
neue Version zu installieren (siehe Abschnitt 3.1.7).
  Ansonsten sollte man bei der Generierung der DC-Fonts darauf achten,
da� die Dateien

    plain.mf
    modes.mf  % oder eine lokale `Mode-Definition'-Datei

in allen F�llen _vor_

    dxbase.mf

geladen wird.  (Am besten ist es, wenn man sich _keine_ spezielle
dx-Base-Datei erzeugt, sondern die normale plain-Base-Datei verwendet,
da die DC-Fonts dann `dxbase.mf' automatisch bei Bedarf nachladen.)


10.1.11) Mit den neuen DC-Fonts 1.3 von Juni 1996 und `modes.mf' 3.0/3.1
         gibt es f�r einen 300dpi-Drucker keine Probleme.  Bei einem
         360dpi-Drucker (nechi, lqhires) schreibt Metafont aber statt
         *.360gf-Dateien nur *.300gf-Dateien erzeugt.

Ein Fehler der DC-Fonts Version 1.3 Patchlevel 0 bzw. 1 in der Datei
`dxbase.mf' bei Verwendung von `modes.mf' v3.0/3.1 f�hrt zu diesem
Verhalten, wenn ein `mode_def' wie `nechi' einen anderen `mode_def'
verwendet und dabei nur einige Parameter anders setzt.  Er tritt also
nur bei einigen `mode_def' auf.
  Dieser Fehler ist durch DC-Fonts 1.3 Patchlevel 2 (von Anfang Juli
1996) behoben.  Danach wurden noch weitere Fehler im Zusammenhang mit
dem `compound word mark' behoben, so da� man m�glichst auf die
aktuelle Version 1.3 Patchlevel 4 vom 25. August 1996 umsteigen
sollte.



10.2) PostScript-Schriften
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

10.2.1) Gibt es die CM-Fonts auch als PostScript-(Type-1)-Schriften?

Die Knuth'sche Computer-Modern-(CM)-Familie, die zus�tzlichen
LaTeX-CM-Fonts, die aus der CM-Familie entstandene kyrillische
CMCYR-Familie und die AMS-Fonts zum mathematischen Formelsatz sind im
Type-1- und True-Type-Format in den beiden Schriftpaketen `Bakoma' und
`Paradissa' zu finden.

Bakoma:    CTAN: fonts/cm/ps-type1/bakoma/
Paradissa: CTAN: fonts/cm/ps-type1/paradissa/


10.2.2) Wie installiere ich mit `dvips' eine neue PostScript-Schrift,
        so da� ich diese unter (La)TeX verwenden kann?

Schritt 0 -- Dokumentation lesen:
  Zuerst sollte man sich die Dokumentation zum `dvips' durchlesen.
Diese beschreibt die wichtigsten Schritte, auch wenn die dort
beschriebenen Dateinamen und die Kodierungen f�r die PS-Schriften
veraltet sind (gilt zumindest f�r die Doku bis dvips Version 5.58).
Au�erdem sollte man Karl Berrys Fontname, `Filenames for TeX fonts',
in der Version 2.0 (oder neuer) durchlesen, in dem ein f�r alle
TeX-Systeme verwendbares, einheitliches Namensschema bschrieben wird.

Schritt 1 -- TeX-Anpassungen besorgen oder selbst erstellen:
  Gibt es im `psfonts'-Verzeichnis bereits fertige Anpassungen?  Wenn
ja, sollte man diese verwenden.  Wenn nein, sollte man sich das Tool
`fontinst' besorgen, mit dem man relativ einfach aus der mit dem
PostScript-Font mitgelieferten afm-Datei die notwendigen virtuellen
Fonts (vf-Dateien) mit den entsprechenden Fontkodierungen und
Font-Definitions-(fd)-Dateien f�r LaTeX2e erzeugen lassen kann.  F�r
Textschriften sollten zumindest vf-Dateien f�r OT1-Kodierung, besser
auf noch f�r T1-Kodierung erzeugt werden.

Schritt 2 -- PS- und TeX-Font-Dateien installieren:
  Nach Schritt 1 sollten beispielsweise f�r die Schrift `URW Antiqua
Regular Roman Condensed' bzw. nach Berrys Namenschema `uaqr...c...'
folgende Dateien vorhanden sein:

  PS-Schrift und zugeh�rige Font-Metrik:
	uaqr8ac.{pfb,afm}

  virtueller Font, zugeh�rige TeX-Font-Metriken und PS-Reencoding:
	uaqrrc.{vpl,vf,tfm}    Roman (`raw, 7-bit')
	uaqr7tc.{vpl,vf,tfm}   TeX-Text-/OT1-/CM-Encoding (`7-bit')
	uaqr8rc.{vpl,vf,tfm}   TeX Base-1 Encoding (`raw, 8-bit')
	uaqr8tc .{vpl,vf,tfm}  Cork-TeX-Text-/T1-/EC-Encoding (`8-bit')
	8r.enc                 PS-Reencoding, in `fontname' enthalten

  LaTeX2e-Font-Definition-Files:
	OT1uaq.fd
	T1uaq.fd
	antiqua.sty

und noch einige weitere Dateien f�r die `slanted'- und `small caps'-
Varianten, die man mit `fontinst' erzeugen kann.
  Diese Dateien werden nun in folgende Verzeichnisse gelegt:

	*.fd, *.sty  ==> TEXINPUTS (TeX)
	*.tfm        ==> TEXFONTS bzw. `T'-Eintrag (TeX + dvips)
	*.vf         ==> `V'-Eintrag oder VFFONTS  (dvips)
	*.pfb/pfa    ==> `H'-Eintrag oder DVIPSHEADERS (dvips)

Schritt 3 -- Map-Datei des PS-Fonts f�r `dvips' erstellen:
  Map-Datei f�r `dvips' erstellen, in der die Zuordnung des
Font-Namens in TeX zu dem in PS verwendeten festgelegt wird und
evtl. die zu ladenden pfb-/pfa- und PS-Reencoding-Dateien angegeben
werden.  In unserem Beispiel enth�lt die Map-Datei `uaq.map' die Zeile

uaqr8rc URWAntiquaT-RegularCondensed "TeXBase1Encoding ReEncodeFont"
	<8r.enc <uaqr8ac.pfb

(dies muss eine einzige Zeile sein, sie wurde hier nur umbrochen, um
eine zu lange Zeilen zu vermeiden!) und evtl. noch Zeilen f�r weitere
Schriften und Varianten.
  Diese Map-Datei in ein Verzeichnis legen, in dem `dvips' nach
PS-Header-Dateien sucht (DVIPSHEADERS bzw. `H'-Eintrag in `config.ps').

Schritt 4 -- `dvips'-Konfigurationsdatei anpassen:
  Konfigurationsdatei `config.ps' des `dvips' �ndern: Die in Schritt 3
erstellte Map-Datei durch die in `config.ps' neu einzutragende Zeile

p +uaq.map

zus�tzlich zur Standard-Map-Datei `psfonts.map' laden.  (�ltere
`dvips'-Versionen verstehen das `+' nicht; bei diesen mu� man den
Inhalt der Map-Datei `uaq.map' an die Datei `psfonts.map' anh�ngen und
die obige Zeile in `config.ps' ist wegzulassen.)  Au�erdem sollte man
noch �berpr�fen, ob das Verzeichnis, in dem die Map-Datei und die
pfb-/pfa-Dateien zu finden sind, im Suchpfad nach PS-Header-Dateien
enthalten ist (DVIPSHEADERS bzw. `H'-Eintrag in `config.ps').

Schritt 5 -- Anpassungen testen und verwenden:
  Mit LaTeX2e kann man unsere Beispielschrift einfach mittels des
Packages `antiqua' verwenden, da diese Schrift damit als \rmdefault-
Schrift verwendet wird.  Ohne dieses Package kann man auch durch die
Anweisung ``\usefont{OT1}{uaq}{m}{n}'' diese Schrift kurz austesten.
LaTeX2e m��te dazu die fd- und tfm-Dateien finden und einlesen k�nnen.
`dvips' benutzt dann die angepa�te Konfigurationsdatei, die virtuellen
Schriften `uaqr*.vf', die Map-Datei `uaq.map', die eigentliche
PS-Schrift `uaqr8ac.pfb' und schlie�lich noch `8r.enc'.
  Unter plain-TeX kann man diese Schrift relativ einfach z.B. durch
die Anweisung \font\rmantiqua=uaqr7tc laden und anschlie�end
verwenden.  Zur Verwendung der T1-kodierten Variante `uaqr8tc' sind,
wie bei der Verwendung der EC-/DC-Schriften unter plain-TeX, noch
einige Anpassungen notwendig.
  Unter LaTeX 2.09 gilt dasselbe wie f�r plain-TeX, nur sollte man
hier besser \newfont{\rmantiqua}{uaqr7tc} verwenden.  Will man diese
Schrift und deren Varianten statt den CM-Schriften in einem Dokument
verwenden, so sind gr��ere �nderungen notwendig, die den Rahmen dieser
FAQ sprengen w�rden.  Am einfachsten ist ein Umstieg auf LaTeX2e!

dvips.tex:  CTAN: dviware/dvips/
fontname:   CTAN: info/fontname/
8r.enc:	    CTAN: info/fontname/8r.enc
psfonts:    CTAN: fonts/psfonts/...
                  fonts/psfonts/urw/antiqua/  (unsere Beispielschrift)
fontinst:   CTAN: fonts/psfonts/tools/finst/ (neuere Version)
		  fonts/utilities/fontinst/ (enth�lt contrib/-Verzeichnis)

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 10 ---