Path: senator-bedfellow.mit.edu!bloom-beacon.mit.edu!spool.mu.edu!howland.erols.net!rill.news.pipex.net!pipex!uunet!in1.uu.net!158.250.39.26!Gamma.RU!srcc!news.uni-stuttgart.de!news.urz.uni-heidelberg.de!german
From: dantefaq@dante.de (DANTE e.V., FAQ-Maintainer)
Newsgroups: de.comp.text.tex,de.answers,news.answers
Subject: TeX, LaTeX, DANTE e.V.: FAQ - Fragen und Antworten (Part 6 of 11)
Supersedes: <de-tex-faq-6-853343532@dante.de>
Followup-To: de.comp.text.tex
Date: 3 Feb 1997 11:28:03 GMT
Organization: DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
Lines: 517
Approved: news-answers-request@MIT.EDU
Distribution: world
Expires: 20 Mar 97 12:27:57
Message-ID: <de-tex-faq-6-854969277@dante.de>
References: <de-tex-faq-1-854969277@dante.de>
Reply-To: dantefaq@dante.de (DANTE e.V., FAQ-Maintainer)
NNTP-Posting-Host: sun.dante.de
Mime-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=ISO-8859-1
Content-Transfer-Encoding: 8bit
Summary: This posting contains a list of Frequently Asked Questions
         (and their answers) about the typesetting system TeX and
         about DANTE e.V., the german-speaking TeX users group.
         It is in German and uses the ISO Latin-1 character set.
Keywords: FAQ TYPESETTING TeX USERGROUP DANTE
Originator: german@sun.dante.de
Xref: senator-bedfellow.mit.edu de.comp.text.tex:288 de.answers:1034 news.answers:93724

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Posting-Frequency: monthly
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		Fragen und Antworten (FAQ) �ber

		   das Textsatzsystem TeX und
		       ~~~~~~~~~~~~~~~~~~
	DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
	~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

		 (Version 24 vom Februar 1997)

	    === Teil 6: TeX, LaTeX, Makros, etc. (II) ==


6.1) Abbildungen und Tafeln
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.1.1) Die meisten Abbildungen werden an das Ende des Kapitels, des
       Dokuments verschoben -- wieso?

Das optionale Argument der `figure'- oder `table'-Umgebung _schr�nkt_
die Plazierungsm�glichkeiten auf die angegebenen Orte ein.  Mit dem
optionalen Argument gibt man also _nicht_, wie oft f�lschlich geglaubt
und weiterverbreitet wird, die Plazierung f�r weitere Orte an.
Deshalb nie Plazierungsangaben nur auf [h] einschr�nken, sondern
mindestens einen weiteren Ort mitangeben!  Grund: Kann die Abbildung
nicht `h'ier plaziert werden, darf sie nirgendwo anders gesetzt werden
und wird nach hinten an das Ende des Kapitels bzw. des Dokuments
geschoben.  Da LaTeX die Reihenfolge der Abbildungen bzw. der Tafeln
nicht ver�ndert, werden alle nachfolgenden Abbildungen bzw. Tafeln mit
dieser nicht plazierbaren Abbildung/Tafel nach hinten verschoben.
Genau dasselbe kann passieren, wenn die Plazierungsbeschr�nkung mit
[p] angegeben wird, das Bild kleiner als \floatpagefraction ist und
das n�chste Bild nicht zusammen mit diesem auf eine Seite pa�t.
Ebenso bei einer Beschr�nkung auf [t] und einem Bild, das gr��er als
\textfraction ist, dto. f�r [b] und \bottomfraction.

Tip: Lassen Sie zu Beginn das optionale Argument der figure-/table-
Umgebung weg -- es ist nicht ohne Grund ein _optionales_ Argument
dieser Umgebungen!  F�gen Sie sp�ter f�r eine Endfassung Ihres
Dokuments nur an den Stellen ein optionales Argument mit
Plazierungseinschr�nkungen ein, wo eine Abbildung/Tafel z.B. auf einer
eigenen Seite oder auf einer Seite oben erscheinen sollte.


6.1.2) Wie kann ich die Default-Plazierungseinschr�nkungen �ndern?
       Ich m�chte meine Abbildungen auch `h'ier plazieren, ohne
       jedesmal das optionale Argument angeben zu m�ssen.

In LaTeX werden diese Angaben, die sogenannten `float placement
specifier' f�r die figure- und table-Umgebungen in den Makros
\fps@figure und \fps@table abgelegt.  Durch die Redefinitionen

\renewcommand{\fps@figure}{htbp}
\renewcommand{\fps@table}{htbp}

(Zeilen mit \makeatletter...\makeatother klammern oder in eine
..sty-Datei schreiben!) f�gt man noch die `h'ier-Plazierung hinzu.
  Die Standard-LaTeX-Klassen setzen die Default-Plazierungen auf
`tbp', untersagen also die `h'ier-Plazierung einer Abbildung
bzw. Tafel.  Dies ist in den meisten F�llen auch sinnvoll, da
Abbildungen und Tafel nur dazu dienen, die Aussagen im Text durch
beispielsweie eine anschaulichere Darstellung oder kompakte �bersicht
zu unterst�tzen.  Die Abbildung/Tafel ist damit _nicht_ integraler
Bestandteil des Textes, sondern ein dem Text noch zus�tzlich
zugeordneter Bestandteil des Dokuments.  Daher sollte diese den Text
nicht unterbrechen, was eine `h'ier-Plazierung zweifellos tun w�rde.
Daher ist der Default `tbp' in den meisten F�llen sinnvoll.


6.1.3) Wie mu� ich die `float'-Parameter �ndern, so da� die
       Abbildungen und Tabellen dort erscheinen, wo ich will?

Der Plazierungsalgorithmus von LaTeX erledigt diese Aufgabe eigentlich
sehr gut, wenn man einmal selbst durchzuspielen versucht, wohin man
selbst unter den gegebenen Bedingungen und Wechselwirkungen eine
Abbildung oder eine Tabelle hinsetzen bzw. schieben w�rde.  Ist man
mit dem Ergebnis dennoch nicht ganz zufrieden, kann man einmal
folgendes probieren:
  Zuerst sollte man die Plazierungsbeschraenkungen an allen `figure'-
und `table'-Umgebungen entfernen.
  Anschlie�end kann man die Parameter des Plazierungsalgorithmus
�ndern:

    \renewcommand{\floatpagefraction}{.6}%  voher: .5

Eine oder mehrere Abbildungen kommen erst auf eine eigene Seite, eine
sogenannte `float page', wenn diese mindestens 60% der Seite
einnehmen.  Damit gibt es weniger `float pages', die nur halbvoll
sind.  Empfehlenswert ist ein Wert zwischen 50% und 80%, je nachdem
wie viele Abbildungen existieren, wie gro� und wie unterschiedlich
gro� diese Abbildungen sind.

    \renewcommand{\textfraction}{.15}  % vorher: .2

Von einer Seite mu� neben den Abbildungen, die `h'ere, `t'op und
`b'ottom plaziert werden, noch mindestens 15% Text erscheinen.  Diesen
Wert sollte man nicht zu klein w�hlen, um nicht nur Seiten zu
erzeugen, bei denen man den Text suchen mu�.  Bei vielen Bildern
lieber den Wert von \floatpagefraction kleiner w�hlen.  Empfehlenswert
ist ein Wert zwischen 10% und 30%.

    \renewcommand{\topfraction}{.8}     % vorher: .7
    \renewcommand{\bottomfraction}{.5}  % vorher: .3

Maximaler Anteil der Seite, die f�r Abbildungen, die `t'op
bzw. `b'ottom plaziert werden, verwendet werden darf.  Diese Werte
sollte man nicht zu gro� w�hlen, bei vielen Abbildungen lieber den
Wert von \floatpagefraction kleiner w�hlen.  Insbesondere
\bottomfraction sollte man klein halten, da Abbildungen gew�hnlich auf
einer Seite oben vermutet werden.  Empfehlenswert sind Werte zwischen
50% und 85% f�r \topfraction und 20%-50% f�r \bottomfraction.  Einer
dieser beiden Werte sollte stets gr��er als \floatpagefraction sein!
(\topfraction sollte nie auf 1.0, \textfraction nie auf 0.0 gesetzt
werden!)

    \setcounter{topnumber}{3}     % vorher: 2
    \setcounter{bottomnumber}{1}  % vorher: 1
    \setcounter{totalnumber}{5}   % vorher: 3

Maximale Anzahl der Abbildungen und Tabellen, die auf einer Seite
`t'op bzw. `b'ottom bzw. insgesamt auf der Seite plaziert werden.  Hat
man viele kleine Abbildungen sollte man diese Werte erh�hen.  Will man
Abbildungen m�glichst auf eine `float page' setzen, sollte man
`topnumber' und `bottomnumber' auf Null setzen und \floatpagefraction
bis auf 0.01 erniedrigen.
  Nachdem man mit den ge�nderten Plazierungsparametern ein
zufriedenstellendes Ergebnis erziehlt hat, kann man durch gezielten
Einsatz des optionalen Arguments der `figure'- bzw. `table'-Umgebung
einzelne ung�nstig plazierte Abbildungen und Tabellen entsprechend
verschieben.  Hierbei sollte man nur die nicht erw�nschte Plazierung
entfernen, also z.B. [bp] angeben, falls eine `t'op-Plazierung
ung�nstig ist.



6.1.4) Wie kann ich die Fehlermeldung `! LaTeX Error: Too many
       unprocessed floats.' vermeiden?

LaTeX allokiert f�r alle `floats', also figure- und table-Umgebungen,
eines Dokuments 18 Insertion-Registertupel.  Der genannte Fehler
taucht auf, wenn alle 18 Registertupel belegt sind.  Eigentlich sollte
der Speicherplatz f�r 18 noch zu plazierende `floats' f�r alle
Gegebenheiten ausreichen, so da� dieser Fehler nur auftreten kann,
wenn a) ein `float' beispielsweise aufgrund von zu restriktiven
Plazierungsangaben (siehe Abschnitt 6.1.1) nicht auf eine Seite
gesetzt werden kann oder b) sehr viele, meist unterschiedlich gro�e
`floats' mit sehr wenig Text auftreten.  In Fall a) kann man durch
andere Plazierungseinschr�nkungen oder �nderungen der `float'-
Parameter den �berlauf vermeiden.  F�r Fall b) kann man mehr
erl�uternden Text schreiben, eine eigene nicht-flie�ende Umgebung
definieren (da ja die Abbildungen im Vordergrund stehen und eher der
Text zwischen die Abbildungen `flie�t') oder das Paket `morefloats'
verwenden.  Letzteres allokiert weitere 18 Insertion-Registertupel,
soda� man jetzt insgesamt 36 `floats' zwischenspeichern kann, bevor
der Fehler auftritt.  Leider hat man dadurch 18 Savebox-, Z�hler-,
L�ngen- und Glue-Register weniger, soda� man jetzt evtl. auf den
Fehler `No room for a new ...' st��t :-(

morefloats.sty:  CTAN: macros/latex209/contrib/misc/morefloats.sty


6.1.5) Wie kann ich es erreichen, da� zwei Abbildungen nicht auf
       verschiedenen Seiten, sondern m�glichst direkt untereinander
       plaziert werden?

In eine einzige figure- bzw. table-Umgebung k�nnen auch mehrere
Abbildungen/Tafeln gesetzt und mit eigenen Unterschriften versehen
werden:

\begin{figure}
  erstes Bild
\caption{erstes Bild}
\vspace{\floatsep}    % zus�tzlicher Abstand zwischen zwei `floats'
  zweites Bild
\caption{zweites Bild}
\end{figure}

Alle Abbildungen/Tafeln einer Umgebung werden dann nicht mehr
getrennt.  Aus diesem Grund sollte man auch darauf achten, da� eine
figure-/table-Umgebung durch zu viele Abbildungen/Tafeln nicht zu hoch
wird.


6.1.6) Wie kann ich in einer Abbildung zwei Bilder nebeneinander
       setzen?

Man kann zum Beispiel zwei `minipage'-Umgebungen verwenden, wobei man
dann auch mit deren optionalem Argument die Ausrichtung der beiden
Bilder angeben kann:

\begin{figure}
\begin{minipage}[b]{.4\linewidth} % [b] => Ausrichtung an \caption
  Bild links
  \caption{Bildunterschrift links}
\end{minipage}
\hspace{.1\linewidth}% Abstand zwischen Bilder
\begin{minipage}[b]{.4\linewidth} % [b] => Ausrichtung an \caption
  Bild rechts
  \caption{Bildunterschrift rechts}
\end{minipage}
\end{figure}


6.1.7) Wie kann ich eine Abbildung, d.h. eine `figure', und eine
       Tafel, d.h. eine `table', nebeneinander setzen?

Dies funktioniert leider nicht ohne einen nicht ganz ``sauberen''
Trick.  Man ben�tigt die folgende Definition

    \newcommand{\setfloattype}[1]{\renewcommand{\@captype}{#1}}

die man wegen des internen Makronamens `\@captype' in eine .sty-Datei
schreiben oder im Dokumentkopf mit \makeatletter/\makeatother klammern
mu�.  Danach kann man mit

\begin{figure}
\begin{minipage}{.5\linewidth}
  Abbildung
  \caption{Abbildung}
\end{minipage}%
\begin{minipage}{.5\linewidth}
  \setfloattype{table}          %% <<===
  Tafel
  \caption{Tafel}
\end{minipage}
\end{figure}

eine Abbildung und eine Tafel nebeneinander setzen, wobei die
Unterschriften auch in das jeweilige Verzeichnis gelangen.


6.1.8) Gibt es bei der Option `twocolumn' die M�glichkeit,
       Abbildungen (figure) und Tafeln (table) �ber beide Spalten,
       also die gesamte Textbreite einer Seite zu setzen?

Statt `figure'- die `figure*'-, statt `table'- die `table*'-Umgebung
verwenden.


6.1.9) Ich bekomme den Fehler `! LaTeX Error: Not in outer par mode.',
       wenn ich z.B. die Breite einer Abbildung begrenzen will. Wieso?

Eine `figure'- oder `table'-Umgebung ist ein sogenannter `float',
d.h. der Inhalt `flie�t' an eine andere Stelle.  Deshalb darf diese
Umgebung nicht innerhalb einer anderen, wie `minipage', \parbox, o.�.
verwendet werden.  Die Eingabe

\begin{minipage}{5cm}   %% FALSCH!
\begin{figure}
  Bild
  \caption{text}
\end{figure}
\end{minipage}

ist daher falsch und erzeugt den in der Frage genannten Fehler.
Korrekt und auch logisch einsichtiger ist es, wenn man den Inhalt der
`figure'-Umgebung in eine `minipage' packt, also diese _in_ die
`figure'-Umgebung setzt:

\begin{figure}
  \begin{minipage}{5cm}   %% KORREKT!
    Bild
    \caption{text}
  \end{minipage}
\end{figure}


6.1.10) Wie kann ich das Layout der Bildunterschriften (\caption)
        ver�ndern?

LaTeX verwendet die interne Anweisung \@makecaption{Bild Nr}{Text}, um
die Bildunterschrift inkl. Bildnummer zu setzen.  Durch Umdefinieren
dieser Anweisung, die in der Dokumentklasse definiert wird, kann man
das Layout �ndern.  Will man nur die Bildnummer (z.B. ``Abbildung 1'')
�ndern, so reicht es oftmals aus, die interne Anweisung \fnum@figure
bzw. f�r Tafeln \fnum@table entsprechend umzudefinieren.
  Zur Erleichterung gibt es einige, leicht zu verwendende Pakete:
`caption' bzw. `caption2' hat viele Optionen, dieses Paket erm�glicht
die Variation der Schriftart und -gr��e und des Layouts (zentriert,
�berh�ngend, Absatz mit Einr�ckung, usw.).  Beispiel:

    \usepackage[bf]{caption}
    \renewcommand{\captiontext}{\small\itshape}

f�r einen etwas kleineren und kursiv gesetzten Unterschriftentext,
wobei die Bildnummer weiterhin fett gesetzt wird.
  Speziellere L�sungen existieren nat�rlich auch oder sind teilweise
in einigen Dokumentklassen enthalten.  So enthalten die Klassen des
`ntgclass'-Pakets beispielsweise Befehle, um alle Fonts (Sections,
Captions, Running Heads) zu ver�ndern.

caption(2):   CTAN: macros/latex/contrib/supported/caption/
ntgclass:     CTAN: macros/latex/contrib/supported/ntgclass/
hangcaption:  CTAN: macros/latex209/contrib/misc/hangcaption.sty
isucaption:   CTAN: macros/latex209/contrib/misc/isucaption.sty


6.1.11) Wie kann man neue Typen von Gleitumgebungen (`floats')
       erzeugen, z.B. f�r weitere Arten von Tabellen oder
       Programm-Code?

Prinzipiell mu� man f�r einen neuen Typ von Gleitumgebung einige
Makros definieren.  Beispielsweise sind f�r eine `faqtable' und
`faqtable*' die folgenden Anweisungen (in eine .sty-Datei schreiben,
da interne Anweisungen!) notwendig

\newcounter{faqtable}[section]
%\renewcommand{\thefaqtable}{\thesection.\arabic{table}}
\renewcommand{\fps@faqtable}{tp}  % nicht `h' bzw. `b'
\renewcommand{\ftype@faqtable}{4} % type is a power of two!
\renewcommand{\ext@faqtable}{lot} % Endung der Hilfsdatei
\renewcommand{\fnum@faqtable}{FAQ-Tabelle~\thefaqtable}
\newenvironment{faqtable}{\@float{faqtable}}{\end@float}
\newenvironment{faqtable*}{\@dblfloat{faqtable}}{\end@dblfloat}

wobei damit noch keine Anpassungen des Inhaltsverzeichnisses, ein
eigenes Inhaltsverzeichnis oder sonstige Anpassungen des Layouts
durchgef�hrt sind.  Mehr Informationen dazu findet man im Buch `Der
LaTeX-Begleiter'.
  Sehr viel einfacher geht dies mit dem `float'-Paket, mit dem
z.B. obiges auch der normale LateX-Benutzer mit der simplen Anweisung
\newfloat{faqtable}{tp}{lot}[section] definieren kann.  Daneben sind
auch schon einige `float'-Layouts vordefiniert und k�nnen ebenso
einfach verwendet werden.

float.sty:  CTAN: macros/latex/contrib/supported/float/


6.1.12) Abbildungen und Tafeln sollen _immer_ nach dem ersten Verweis
        auf sie gesetzt werden. Wie? Es ist m�glich, da� LaTeX sie vor
        der Abschnitts�berschrift plaziert.  Wie unterbinde ich das?

Mit dem LaTeX2e-Paket `flafter' werden Abbildungen und Tafeln nie vor
dem Text plaziert, in der sie im Dokument angegeben werden.  Damit
LaTeX2e sie also nie vor dem ersten Verweis plaziert, schiebt man die
entsprechende `figure'- bzw. `table'-Umgebung einfach hinter die erste
\ref- bzw. \pageref-Anweisung.

flafter:  CTAN: macros/latex/{base,unpacked}/ (LaTeX2e-Verteilung)


6.1.13) Gibt es eine einfache M�glichkeit, eine Abbildung oder Tafel
        innerhalb des normalen Textes zu setzen, sie also mit dem
        normalen Text umflie�en zu lassen?

Hierf�r gibt es mittlerweile eine gro�e Anzahl von Packages mit
unterschiedlichen Beschr�nkungen und Vor- und Nachteilen, die Piet van
Oostrum in einer Liste, die er unregelm��ig nach `comp.text.tex'
postet, aufz�hlt:

  `flow', `floatflt' (f�r LaTeX2e, Vorg�nger `floatfig' ist f�r LaTeX
  2.09), `picinpar' (veraltet), `picins', `window', `wrapfig'

Empfohlen werden: `picins' (funktioniert auch in Listen-Umgebungen),
`floatflt' und `wrapfig' (unterst�tzen neben `figure'- auch `table'-
Umgebungen), da diese am meisten k�nnen und die wenigsten Fehler
aufzeigen.

picins:    CTAN: macros/latex209/contrib/picins/
floatflt:  CTAN: macros/latex/contrib/other/floatflt/
wrapfig:   CTAN: macros/latex/contrib/other/misc/wrapfig.sty



6.2) Fussnoten, Endnoten, etc.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.2.1) Die Fu�noten sollen gesammelt am Ende des Kapitels erscheinen.

endnotes:  CTAN: macros/latex209/contrib/misc/endnotes.sty


6.2.2) Ich m�chte meine Fu�noten auf jeder Seite neu beginnend
       durchz�hlen, d.h. auf jeder Seite soll mit `1' begonnen werden.

footnpag:  CTAN: macros/latex/contrib/supported/footnpag/


6.2.3) Ich m�chte den maximal von den Fu�noten eingenommenen Platz auf
       10 Zeilen beschr�nken.  Wie?

Das L�ngenregister \dimen\footins gibt die maximale H�he der Box mit
den Fu�noten f�r eine Seite an.  Nach
	\setlength{\dimen\footins}{10\baselineskip}
wird dieser Platz von normalerweise 8 Inch (ca. 20,5 cm) auf ca. 10
Zeilen beschr�nkt.


6.2.4) Wie erreiche ich eine andere Formatierung der Fu�noten?

Mit dem Paket `footnote' von Robin Fairbairns kann man sehr einfach
einige andere Formatierungen ausw�hlen.  Ansonsten findet man im Buch
`Der LaTeX-Begleiter' n�here Informationen.

foonote:  CTAN: macros/latex/contrib/supported/footnote/



6.3) Grafiken, Bilder, Farbe und andere Effekte
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.3.1) Wie kann ich eine Tabelle mit Unterschrift um 90 Grad drehen,
       die Kopf- und Fu�zeile der Seite sollen aber ihre Ausrichtung
       behalten?

Dokumentteile k�nnen nur gedreht werden, wenn dies auch vom
verwendeten dvi-Ger�tetreiber unterst�tzt wird.
  Das LaTex2e-Package `graphics' enth�lt das Paket `lscape', das eine
`landscape'-Umgebung zur Verf�gung stellt.  Der Inhalt dieser Umgebung
wird um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht und auf eine eigene
Seite plaziert.  Zu Beginn und am Ende der Umgebung wird ein
\clearpage ausgef�hrt:

    \usepackage{lscape}
    % etc.etc.
    \begin{landscape}
      \begin{figure}
        gedrehte Abbildung
        \caption{gedrehte Unterschrift}
      \end{figure}
      % evtl. noch weitere Abbildungen/normaler Text/etc.
    \end{landscape}
    % etc.etc.

Will man nicht ganze Seiten drehen oder st�ren die implizit
ausgef�hrten \clearpage-Anweisungen, so kann man auch nur die
Anweisung \rotatebox aus dem `graphics'-Package verwenden:

    \usepackage{graphics} % oder `graphicx'
    % etc.etc.
    \begin{figure}
      \rotatebox{90}{%
        \begin{minipage}{.6\textheight}
        gedrehte Abbildung
        \caption{gedrehte Unterschrift}
        \end{minipage}%
      }
    \end{figure}

Das `rotating'-Paket bietet statt der einfachen \rotatebox-Anweisung
mit all ihren Nachteilen (Stichwort: `verbatim'!) die Umgebungen
`rotate', `turn' und `sideways', innerhalb der man (fast) beliebigen
Text plazieren kann.  F�r den Spezialfall, da� eine Abbildung
bzw. Tafel wie mit der `landscape'-Umgebung eine komplette Seite f�llt
und um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden soll, gibt es
die den `figure'- und `table'- entsprechenden `sidewaysfigure'- und
`sidewaystable'-Umgebungen.  Au�erdem ist eine �ltere Version dieses
Pakets auch f�r LaTeX 2.09 verf�gbar.
  Mehr �ber diese Pakete findet man in der Dokumentation
`grfguide.tex' des `graphics'-Package, der mit `rotating'
mitgelieferten Dokumentation und dem Buch `Der LaTeX-Begleiter'.

graphics/
lscape.sty:   CTAN: macros/latex/package/graphics/
rotating.sty: CTAN: macros/latex/contrib/supported/rotating/
              CTAN: macros/latex209/contrib/rotating/  (f�r LaTeX 2.09)


6.3.2) Wie kann ich mit TeX farbigen Text setzen?
 
Das LaTeX2e-Package `graphics' enth�lt das Paket `color', das Befehle
zur Verf�gung stellt, mit denen man Textteile einf�rben, eine Box oder
den Hintergrund einer Seite farbig hinterlegen kann.  Dies
funktioniert nat�rlich nur, wenn das Ausgabeger�t (Drucker,
Bildschirm) dazu in der Lage ist und der dvi-Treiber die dazu
notwendige Funktionalit�t hat, entsprechende \special-Anweisungen mit
den Farbbefehlen auszuwerten.
  Um das Paket `color' an verschiedene Ausgabeger�te und dvi-Treiber
anzupassen, mu� eine entsprechende Definitionsdatei f�r den jeweiligen
Treiber vorhanden sein bzw. noch erstellt werden.  Auf jedem System
sollte in der Datei ``color.cfg'' eine dvi-Treiber-Definition als
Default angegeben sein.  Das Paket `color' l��t sich dann wie folgt
verwenden:

    \usepackage{color}

Will man in einem Dokument eine vom Default abweichenden dvi-Treiber
verwenden, so kann man den Namen der dvi-Treiber-Definition als
Paket-Option angeben:
 
    \usepackage[dvips]{color}
 
erzeugt eine dvi-Datei mit farb-\special-Anweisungen f�r den
dvi-PostScript-Treiber `dvips'.  Danach kann man die entstehende
dvi-Datei auch mit anderen dvi-Treibern �bersetzen bzw. ausdrucken,
jedoch werden in den meisten F�llen die Farb-\special-Anweisungen
nicht erkannt und mit einer Warnung ignoriert.
  Eine genauere Beschreibung der einzelnen Anweisungen und der
vorhandenen Definitionsdateien findet man in der Anleitung `grfguide'
im Package `graphics'.

graphics/
color.sty:  CTAN: macros/latex/package/graphics/


6.3.3) Bei mit XFig erstellten und exportierten Zeichnungen erhalte
       ich bei der Einbindung in LaTeX den Fehler, da� \SetFigFont
       nicht definiert ist.  Was ist falsch?

Das Programm `fig2dev', das XFig zum Wandeln und Exportieren von
Fig-Bildern aufruft, hat in den Versionen vor Version 3.1pl1 einen
Fehler, der dazu f�hrt, da� das Makro \SetFigFont nicht immer
definiert ist.  Nach einem Update des Paketes `Transfig', das
`fig2dev' enth�lt, verschwindet der Fehler.  Kann man auf den Update
nicht warten, bietet sich auch als Einfachstl�sung die Definition
\newcommand{\SetFigFont}[3]{} in der Dokumentpr�ambel an.

transfig/
fig2dev:   CTAN: graphics/transfig/

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 6 ---